Flugbuchung: Visa- und Einreisebestimmungen

Pass, Visa, Zoll – im Europa der offenen Grenzen vergisst man gerne, dass es so etwas noch gibt. Einreisebestimmungen gehören deshalb wohl zu den Dingen, nach denen meistens zu spät gefragt wird – und über die im Internet die wildesten Vorstellungen kursieren.

Am Ende ist es dann immer wieder ein trauriges Schauspiel, wenn der Aufbruch in die große weite Welt an einer Passkontrolle oder einem Check-In-Schalter endet: Die gebuchte Reise kann nicht angetreten werden, weil statt des Reisepasses der Personalausweis dabei ist, beide sowieso seit 14 Tagen abgelaufen sind oder das erforderliche Visum fehlt. Bei dieser Gelegenheit kommt nicht nur schlechte Stimmung auf, es können auch mitunter enorme finanzielle Schäden entstehen, z. B. in Gestalt von Umbuchungs- oder Stornorechnungen, die ziemlich nahe am bezahlten Reisepreis liegen können, im Billigflug-Zeitalter auch gern darüber. Manchmal ist sogar eine Abschiebung zu bezahlen, wenn der Fehler erst nach Landung am Zielort entdeckt wird: „Dabei hatte der Klaus doch nochmal im Internet nachgeschaut …“

Deshalb zuerst mal eine Frage:

Was ist eine amtliche Reiseinformation?

Die Antwort liegt eigentlich auf der Hand: Eine Information ist nur dann amtlich, wenn sie mir genau von demjenigen Amt gegeben worden ist, das für meine Frage zuständig ist. Niemand würde sich zum Beispiel beim Finanzamt erkundigen, wieviel die Ausstellung eines neuen neuen Reisepasses kostet. Damit ist eigentlich klar, dass es nur eine Stelle gibt, die mir über die Einreisebestimmungen meines Reiseziels wirklich Auskunft geben kann, nämlich das Außenministerium des jeweiligen Landes, in aller Regel vertreten durch seine Botschaft.

Verbindliche Auskünfte über Einreisebestimmungen bekommt man bei der jeweiligen Botschaft. Punkt.

Ein Mythos, der leider auch von vielen Touristik-Seiten verbreitet wird, betrifft die Website des deutschen Auswärtigen Amtes. Die gefühlt meisten Links zum Thema Einreisebestimmungen zeigen auf www.auswaertiges-amt.de – und wecken damit falsche Erwartungen. Auch wenn da „Auswärtiges Amt“ drübersteht, sind die Einreiseinformationen für andere Länder alles andere als amtlich – also weder „verbindlich“ noch „aktuell“. Übrigens: Darauf weist das Redaktionsteam dieser sehr hilfreichen Website auch ausdrücklich hin, allerdings ganz unten auf der jeweiligen Seite.

Wesentlich unbekannter ist ein Service, den die International Air Transport Association (IATA) für Ihre Mitglieds-Airlines entwickelt hat: Das Travel Information Manual (TIM), das jede Menge Länderinformationen enthält, darunter auch ziemlich aktuelle Einreisebestimmungen für mehr als 200 Länder. Der Hintergrund ist einfach: Es macht auch den Fluggesellschaften keinen Spaß, Leute wieder zurückfliegen zu müssen, nur weil sie die falschen Papiere dabei haben. „Kein Spaß“ bedeutet in diesem Fall auch „jede Menge Ärger“, bzw. „unnötige Kosten“ – und genau deshalb hat man das TIM in die Welt gesetzt. Die Daten sind bei vielen Airlines direkt in ihren Computersystemen verfügbar, so dass der jeweilige Check-In-Mitarbeiter vor Ort schnell entscheiden kann, ob man einen Fluggast eincheckt oder besser nicht. In Form des TIMATICWEB stehen die Informationen für den Einsatz im Internet zur Verfügung. Einige Airlines bieten ihren Kunden diesen Service auch online an – auf ihren Websites kann ich mich also schnell informieren, welchen Pass und welches Visum die Airline sehen will, um mich zu befördern. Und das ist schon mal nicht schlecht. Eine Übersicht der teilnehmenden Fluglinien bietet www.timaticweb.com

Fazit: Für eine unverbindliche Information über Einreisebestimmungen kann ich die Website des Auswärtigen Amtes oder das TIMATICWEB empfehlen, allerdings sind sämtliche dort angebotenen Infos nicht amtlich! Eine telefonische bzw. schriftliche Anfrage bei der zuständigen Botschaft ist daher unerlässlich. Hier stößt das Internet als Mittel zur Reisevorbereitung wirklich (noch) an seine Grenzen.

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